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Absender Thema: Ich geh wählen: Mit "JA".
ande
Administrator
10.11.2006
Hier meine persönliche Wahlempfehlung:

Ich halte es für sinnvoll, viele wenn nicht sogar fest alle städtische Wohnungen zu verkaufen. Ich bin auch der Meinung, daß Wohnen kein Menschenrecht ist und daß die Unterstützung der Bedürftigen über finanzielle und andere Hilfen geschehen muß, aber nicht durch die Tatsache, in einer städtischen Wohnung zu wohnen. Die Verschuldung der Stadt ist eine Katastrophe, die aber schon unter 16 Jahre Böhme - sehenden Auges, was das Konzerthaus anging - begann. Reden wir aber heute nicht über Gestriges.

Zum einen ist aber die Frage, an wen verkauft werden wird und die andere Frage ist, ob das wesentliche Problem der ganzen Situation überhaupt berührt wurde: Meiner Ansicht nach nicht.

Das wesentliche Problem ist, daß die Stadtbau und damit die Stadt die Wohnungen sehr uneffektiv verwaltet, vergleicht man mit allen anderen im Markt. Die Stadtbau zieht sagen wir mal nur 4% "Profit" aus den Wohnungen, weil sie mit viel mehr Personal als zum Beispiel die LEG viel weniger Wohnungen verwaltet.

Eine richtige Lösung wäre, wenn es die Stadt nunmal nicht schafft, das zu straffen, daß sie "den Laden verkauft". Eine neue, professionelle Geschäftsführung könnte dort bestimmt konsolidieren.

Kosolidiert könnten die Wohnungen sagen wir 8% erlösen, was sehr gut wäre. 12% wie duch Heuschrecken wie Fortress erlöst werden, kann man nur durch Zerstören der Substanz (und des Service) oder massives Erhöhen der Mieten erreichen, das will niemand.

Da aber die 8% in Sicht und realistisch sind: Warum können wir das Projekt nicht selber stemmen, am besten mit der Hilfe mehrerer Kapitalgeber, vorzugsweise aus Freiburg, allen voran Genossenschaften und vorhandene Siedlungsgesellschaften?

Daß sogar die Heuschrecken Interesse zeigen beweist doch geradezu, daß es möglich ist, Profit zu schlagen, sogar mehr als genug.

Die richtige Lösung wäre gewesen: Den Laden verkaufen, die Geschäftsführung auszutauschen, um 8% zu erlösen. Mit diesen 8% hätte man ruhig Kredite von 4% bedienen können. Sprich: Eine neu zu gründende Gesellschaft kauft die Wohnungen (oder mehrere Gesellschaften, denn 9000 Wohnungen sind eine Menge). Niemand macht das mit eigenem Geld, auch Fortress nicht. Die neue Gesellschaft nähme also Kredite für 4% Zins auf, könnte nach zwei/drei Jahren der Konsolidierung den Kredit in sagen wir 5 Jahren tilgen. Es würde vielleicht auch eine neue Siedlungsgesellschaft entstehen, die Stadt hätte das ersehnte Geld, und in die Statuten der Gesellschaft könnte man Regeln schreiben, wie sie bei Siedlungsgesellschaften üblich sind: Mitspracherecht der Mieter und manchmal auch Kaufmöglichkeiten. Die Stadt könnte sogar Minderheitsteilhaber bleiben um wenigstens mitzubekommen, was gespielt wird. Keine schlechte Lösung, vielleicht die beste.

Verkauf an die Mieter sollte im übrigen generell Vorrang haben...

Der Verkauf könnte / sollte an existierende und zu gründende Genossenschaften gleichzeitig geschehen. Das wäre die zweitbeste Lösung: Genossenschaften sind eventuell weniger effizient, haben aber ein hohes Maß an Identifikation der Mieter / Eigentümer zur Folge. Das Geld bleibt - und das ist wichtig - in Freiburg.

Über diese Lösung des eigentlichen Problems wurde meiner Ansicht nach nicht gesprochen. Es ist halt komplex.

Geradezu sträflich naiv und blind die Grünen, die behaupten man müsse ja nicht an die besten Bieter (Fortress) verkaufen: Dazu hätte sich der Gemeinderat vorher verpflichten müssen, nicht an die Heuschrecken zu verkaufen. Hat er aber nicht. Also wirds geschehen.

Es ist richtig, daß die Mieter zunächst recht gut geschützt sind, aber was wenn die ganze Chose weiterverkauft wird, in sagen wir 4 Jahren und das von Fortress oder der LEG schon einkalkuliert war?

Der "Befreiungsschlag", der Salomon phantasiert, ist irreal. Selbst wenn man die Kohle sofort auf dem Tisch hätte - es würde 4 Jahre dauern bis mal alle Kredite getilgt hätte - da sind Sondertilgungsfristen und -kosten einzuhalten.

Wenn man aber eh bis zu 4 Jahre warten muß, warum nicht noch ein Jahr lang einen viel besseren Konsens herstellen (ich bin mir sicher das wäre möglich) und dann mit einer neuen Entscheidung den Konsens vollziehen?

Es kommt hinzu, daß erst gestern in der BZ stand, daß man das sehr erfolgreiche Flensburger Modell (Verschmelzung einer Genossenschaft mit einer Wohnungsbaugesellschft) wohl noch nicht einmal eingehend geprüft hat.

Man halt also die Hausaufgaben nicht gemacht. Stattdessen stellt sich OB Salomon hin und will suggerieren, es gäbe keine Alternative zum schlimmsten Fall der genannten Fälle.

Nicht nur eine PR-Katastrophe für Salomon.

Die Grünen tun im übrigen in ihrer angstgeführten Propaganda so, als würde sich der Gemeinderat immer an Ergebnisse von Volksbegehren halten - das war bisher selten der Fall. Nein - es geht darum um jeden Preis das Gesicht zu wahren und daß sich Salomon ein Denkmal setzen will. Konzerthäuser kann man nicht mehr bauen, nun soll es der "Befreiungsschlag" sein.

Zudem ist für mich ein "Ja" ein Zeichen dafür daß wir Volksbegehren wollen. Daß wir uns nicht mit Parolen abfrühstücken lassen. Ich denke selbst der OB hat den Streß unterschätzt, der jetzt gemacht wird. Er zählt auf Aussitzen durch "nein". Gönnen wir ihm das Vergnügen nicht.

Was immer geschieht bei Nein: Am Ende fließt Geld aus Freiburg ab, entweder in die USA oder zur LEG, für die kommende Jahrzehnte. Das muß zuallererst vermieden werden.

Ich stimme mit JA, wissend, daß die Alternativen über die abzustimmen ist heute schlecht gewählt sind. Aber man hat Zeit um besser nachzudenken.
groelli1
Experte
10.11.2006
Dass der Chef der Vauban-Seiten ein Wahlempfehlungspamphlet abgibt, ist schon ein starkes Stück! Meinungsgleichschaltversuche gibts schon genug in Vauban, und jede(r) wird wohl wissen, warum er/sie wo sein/ihr Kreuzel macht. Ich hoffe , dass kann jeder ohne andes Hilfe.

Groelli1

ande
Administrator
10.11.2006
Warum? Setz Deine abweichende Empfehlung daneben - wir sprechen jeder für uns. Ich bin kein Chef von gar nix, und Vorstand Forum Vauban bin ich schon lange nicht mehr.

Auf gehts! Schreib auch!

Und: Gleichschaltung? Hab ich Macht? Bist Du nicht mündig genug, selber zu lesen, abzuwägen und zu entscheiden? Die Tatsache daß ich schreibe, bedeutet das daß sich jemand daran halten muß? Nein. Es geht ium Austausch von Meinungen. Wurd längst Zeit, daß das auch den Stadtteil Vauban erfaßt.
[Beitrag vom: 10.11.2006 17:34 geändert durch: ande am: 10.11.2006 17:36]
groelli1
Experte
10.11.2006
Klar, ande, du hast - wie immer - recht. Drum schreibe bitte auch einen abschließenden Satz, damit du - wie immer - das letzte Wort hast.
ande
Administrator
11.11.2006
Kommt sofort! Kann ich sonst noch was für Dich tun?
ande
Administrator
11.11.2006
Die GLS (!!!) schreibt in einer Presseerklärung (Hervorhebung A.D.)

Der Königsweg für Freiburg?

GLS Bank und Wohnungsgenossenschaften bieten nun eine gemeinsame Freiburger Alternative an: „Wohnen in Bürgerhand“ der GLS Bank und das Genossenschaftsmodell des Bauvereins bieten den Königsweg zwischen „es bleibt wie es ist“ und dem „Verkauf an fremde Investoren“

Freiburg, 2.11.2006: Die GLS Bank sieht in „Wohnen in Bürgerhand“ die Lösung für zwei grundsätzliche Herausforderungen: Die Bewirtschaftung von Wohnungen in großem Umfang gehört heute nicht mehr zu den Kernaufgaben einer Kommune. Die Übertragung auf ein darauf spezialisiertes Unternehmen kann sinnvoll sein. Wohnen ist jedoch ein Grundbedürfnis. Die Wohnwirtschaft sollte diesem dienen und nicht anonymen Kapitalinteressen. Das ist möglich, wenn die Bürger selbst über die Rahmenbedingungen entscheiden können, auch nach dem Auslaufen einer Sozialcharta.
Die wesentlichen Merkmale eines bürgerschaftlichen Genossenschaftsmodells sind:

* professionelle Wohnraumbewirtschaftung, die dem Wohnen dient
* Soziale und ökologische Zielsetzungen
* Selbstverwaltungsprojekte der Mieter werden gefördert
* Genossenschaftliche Beteiligung der Mieter an „ihren“ Wohnungen.

Die Nachhaltigkeit dieser Ansätze soll eine angemessene Rendite gewährleisten. Die Stadt wird entschuldet, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist. Dies sieht die GLS Bank wie die Wohnungsgenossenschaften bei einem Kaufpreis von 510 Mio. ¤ als gegeben an.
Das Konzept „Wohnen in Bürgerhand“ der GLS Bank baut auf dem Modell vom Bauverein und anderen Wohnbaugenossenschaften unter der Federführung des Verbandes der Wohnbaugenossenschaften auf. Zwischenzeitlich haben auch zwei weitere Freiburger Wohnbaugenossenschaften ihr Interesse an dem Modell signalisiert. Ziel ist, auf genossenschaftlicher Selbsthilfebasis eine professionelle Freiburger Lösung zu bieten.
An der Aufbringung dieses Kaufpreises würden sich nach dem Modell der GLS Bank neben den Mietern und den Genossenschaften auch eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern beteiligen,
und so die sozialen und ökologischen Ziele der Stadtbau sichern, und mit einer werthaltigen, sinnvollen Geldanlage für die Entschuldung der Stadt und gleichzeitig für eine eigene
angemessene Rendite sorgen.

Die GLS Bank hat als erste ethisch-ökologische Bank in Deutschland langjährige Erfahrung in der Finanzierung von Bürgerengagement. Beispielsweise ist sie der Finanzierungspartner
der Elektrizitätswerke Schönau und ermöglichte so die Übernahme des dortigen Stromnetzes in Bürgerhand. Auch im Wohnbereich hat sie bundesweit, aber gerade auch mit Partnern in Freiburg, neue Formen von Eigentum und Bewirtschaftung entwickelt. Insofern steht die GLS Bank für eine professionelle Umsetzung innovativer, bürgerschaftlicher Vorhaben.
Zum weiteren Vorgehen erläutert GLS-Vorstandssprecher Thomas Jorberg: „Es kommt im Endeffekt darauf an, ob sich die Freiburgerinnen und Freiburger an einem solchen Modell beteiligen.“
Ein solches Freiburger Modell könnte auch Vorbild für andere Städte werden, die nach bürgerschaftlichen Lösungen für den Verkauf von kommunalem Eigentum suchen. Eine Voraussetzung zur Umsetzung eines solchen Modells ist in Freiburg jedoch erst noch zu schaffen. Jorberg weiter:
In dem beschlossenen Bieterverfahren hätten wir keine Chance gegen spekulative Höchstangebote von Investoren. Weder die Genossenschaften noch die GLS Bank werden sich daher am
Bieterverfahren beteiligen.
Eine Spekulation mit den Freiburger Wohnungen über den notwendigen Entschuldungsbetrag der Stadt hinaus, würde die Mieter unvertretbar weit belasten und ist
im Rahmen eines bürgerschaftlichen Genossenschaftsmodells weder vetret- noch leistbar. Sollte die Stadt dieses Bieterverfahren nicht zurücknehmen, bleibt für ein solches Modell nur die Hoffnung, das am 12.11. genügend Bürger mit „Ja“ stimmen.“ Nach Auffassung der GLS Bank könnte dann ein möglicherweise von allen Beteiligten getragener, zweiter Bürgerentscheid z.B. im Sommer 2007 den Weg für das bürgerschaftliche Genossenschaftsmodell frei machen.

Den Pressetext finden Sie in elektronischer Form unter www.gls.de.
Pressekontakt: Christof Lützel
Pressesprecher / Leiter Öffentlichkeitsarbeit der GLS Gemeinschaftsbank eG
Christstraße 9, 44789 Bochum
Tel.: (02 34) 57 97 - 178
Fax: (02 34) 57 97 - 157
Mobil: (01 73) 278 69 63
E-Mail: christof.luetzel(at)gls.de
haselh
11.11.2006
und hier noch ein wichtiger Link dazu http://www.ja-zum-beteiligungsmodell.de/

[Beitrag vom: 11.11.2006 22:46 geändert durch: haselh am: 11.11.2006 22:47]
ande
Administrator
13.11.2006
JA hat gewonnen!

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10.09.2010, 12:30 - (0.041s) Spammerfutter Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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