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Die Planung des neuen Stadtteils

Da das Kasernengelände zunächst dem Bund gehörte und das Land darauf als Zwischennutzung bis 2003 eine sog. Sammelstelle für Asylbewerber betrieb, wechselte die ehemalige Kaserne mehrmals den Besitzer: Der Bund verkaufte zunächst ans Land Baden-Württemberg. Als die "Asylsammelstelle" geschlossen wurde, verkaufte das Land weiter an die Stadt Freiburg. 

Auch da die Stadt fürchten musste, nicht genug Personal für die Planung zweier Stadtteile aufbringen zu können, - denn die Planung eines doppelt so großen neuen Stadtteils namens Rieselfeld war parallel in vollem Gange -, wurde das Gelände treuhänderisch der landeseigene "Landesentwicklungsgesellschaft" in Stuttgart übergeben. Nur die öffentlichen Flächen wie Schule und Marktplatz blieben im Eigentum der Stadt Freiburg.

Die LEG regelte im Namen der Stadt alle Kaufverträge, vereinbarte Notartermine mit den Grundstückskäufern, beauftragte den Strassenbau usw. - das "operative Geschäft". Wie in Fällen eines neuen Stadtteils nicht unüblich, wurde ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben, an welchem sich 60 Büros beteiligten, darunter auch aus Freiburg. Schlussendlich gewann das Büro "Kohlhoff & Kohlhoff" aus Stuttgart. Sein Konzept stiess allseitig - auch wegen seiner Flexibiltät - auf grosse Zustimmung. Später wandelte die Verwaltung zwar einige Ideen ab (der doch etwas optisch massive "Lärmschutzriegel" an der Merzhauser- und Wiesentalstrasse entfielen) aber der Entwurf wurde für gut befunden und übernommen.

Was sind die Stärken des Kohlhoffschen Entwurfs?

  1. Er verfügt über ein engmaschiges Netz von Fuss- und Radwegen, der sanfte Verkehr hat eindeutig Vorrang
  2. Die Wohnstrassen sind in U-Form ausgebildet, Wenden von Fahrzeugen wie Müllwagen ist nicht nötig.
  3. Die Lage der Strassen hätte sogar ermöglicht, die alten Kasernen noch einzubinden (was dann doch so gut wie nicht geschah).
  4. Die zentrale Allee ist großzügig, grün und hat viele und breite Fußgänger- und Radfahrmöglichkeiten.
  5. Grundschulkinder müssen nur an einer einzigen Stelle im Quartier eine Autostrasse überqueren.
  6. Es wurden Länden entlang der Hauptachse vorgesehen (Stadtteil der kurzen Wege)
  7. Freistehende Einfamilienhäuser sind nicht möglich (Energieeffizienz)
  8. Die Mindestausnutzung der bebauten Grundstücksfläche muss 1,2 sein (GFZ, "Geschossflächenzahl")
  9. Die Bebauungshöhe bleibt mit generell 4 Stockwerken in einem angenehmen Mass.
  10. Die Strassenbahnlinie ist nach Erreichbarkeit aller Häuser optimiert und dominiert die Möglichkeiten für PKWs.
  11. Die zwei zentralen Garagen (Ergebnis der Bürgerbeteiligung) tragen zur Verkehrsberuhigung massiv bei.
  12. Jeder Punkt ist von zwei Einfahrten aus erreichbar (Rettungsdienst bei blockierten Strassen möglich).

Die hohe Qualität des städtebaulichen Entwurfs und der anschliessenden Realisierung liegt aber nicht zuletzt in der Tatsache, dass die Bürger schon vor der Ausschreibung des Wettbewerbs einige grundlegende Regeln in Zusammenarbeit mit der Stadt festlegen konnten: So sind freistehende Einfamilienhäuser ebenso nicht möglich wie Parkplätze auf dem eigenen Grundstück oder in den Wohnstrassen davor. Der alte Baumbestand muss erhalten bleiben.

Der Bebauungsplan wurde inzwischen insgesamt viermal aktualisiert - das Stadtteilzentrum Haus 037 und der Marktplatz wurden ermöglicht und es wurde ein Gelände im nördlichen bereich des Stadtteils von Gewerbegebiet (180 EUR/m2) in Mischgebiet (400 - 450 EUR/m2) umgewandelt. So konnte sich die Stadt mehr Einnahmen generieren.

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