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Häufige Fragen (FAQ) und die Antworten dazu

Im Laufe der Zeit hoffen wir dank Ihrer Hilfe mehr Fragen - und Antworten - zusammentragen zu können! Schreiben Sie uns auch bitte, falls was nicht stimmt oder besser beantwortet werden kann oder sich geändert hat. Danke!

Ich bin auf der Suche nach Statistiken, die die Auswirkungen der ökologischen Ausrichtung des Stadtteils Vauban auf die Umwelt repräsentieren.

Da treffen Sie vielleicht einen wunden Punkt. Soweit ich sehe hat die Stadtverwaltung bisher keine Anstrengungen unternommen, hier eine Bilanzierung machen zu lassen oder zu machen. Das kann auch damit zu tun haben, dass der Stadtteil Vauban noch nicht fertig bebaut ist und erst nach Abschluss verlässliche Zahlen vorliegen können. Fragen Sie doch mal ganz konkret z.B. nach Energieverbrauch, Personenkilometer beim Amt für Statistik und der Badenova . Die müssten vieles wissen oder in Erfahrung bringen können.

Was es gibt, steht z.B. hier – das Öko-Institut hat vor ein paar Jahren auch mal einige Zahlen zusammengestellt, fragen Sie nach Uwe Fritsche.

Es gibt ein Problem wenn wir uns sehr an Gesamtzahlen aufhalten: Durch die Mittelung über einen ganzen Stadtteil laufen wir Gefahr, die wirklich wegweisenden Projekte nicht wahrzunehmen: So sehe ich was Energie angeht (zumindest für die damalige Zeit!) die Solarsiedlung und die Kleehäuser und (schon etwas älter) unser Haus und andere als wegweisend, machbar und kostengünstig, die Häuser normaler Bauträger dagegen eher nicht. Eine Statistik über alles zu machen hiesse diesen Effekt fast untergehen zu lassen.

Niedrigenergiebauweise ist heute nichts Besonderes mehr und vorgeschriebener Standard seit 2002. Die Schweden bauen aber schon seit über 20 Jahren energiesparender. Zum Glück hat aber der freiburger Gemeinderat mittlerweile entschieden, dass ab 2011 (leider nur im Wohnbereich) nur noch Passivhäuser gebaut werden, wenn ein neues Baurecht erteilt wird. Es geht voran, wenn auch viel langsamer als es die Realität der weltweiten Energieproblematik erfordert.

Ich möchte auch Folgendes sagen: Ihre Definition des Wortes “Ökologischer Stadtteil” wird bestimmen, welche Aussage Sie erhalten. Ich wäre da sehr vorsichtig. Ich sehe den Stadtteil als Ganzes nicht als ein Modell, aber dennoch hatten die ca. 60 individuellen Projekte durch eine großartige Pionierzeit der gegenseitige Information die Chance, einige Schritte weiterzugehen und wir hatten zweifellos eine bessere Bürgerbeteiligung als es üblich ist, - mussten sie aber immer mal wieder gegenüber der Stadtverwaltung verteidigen und politisch durchsetzen, was nicht  immer gelang. Bereits heute (2014) kann und sollte man immer noch weitergehen als wir es in 1994 konnten. Ich wohne hier, weiß aber nicht was ein "Ökostadtteil" ist. Ich ärgere mich aber immer etwas über Leute die es zu wissen glauben, willkürliche Definitionen aufstellen um dann zum Schluss zu kommen es sei z.B. zu teuer, (was nicht stimmt wenn man genauer hinsieht).

Wie viel Einwohner hat Vauban?

Ich habe nur veraltete Daten, die neuste Zahl (2013) ist 5500. Mehr dazu siehe Statistik und Demografie

Wie viel hat das Projekt jetzt im Nachhinein gekostet?

Soweit meine Quelle richtig ist wurden für die "städtebauliche Entwicklungsmaßnahme" der Stadt 96 Mio. umgesetzt. Eine andere Quelle spricht von 87 Mio.

Man muss unterscheiden zwischen Kosten für die Stadt und Umsatz insgesamt. Über den Gesamtumsatz kann ich nichts sagen, da ja jeder private Eigentümer eine Summe Geld in seinen Bau hineingesteckt hat, die nirgends erfasst wird und daher auch nicht genannt werden kann. Wenn es nur darum geht, für welchen Preis die Stadt alle Grundstücke verkauft hat, stimmen in etwa die 96 Mio. EUR. Das waren also die Einnahmen der Stadt. Noch heute streitet sich die Stadt mit dem Bund über einige Milionen zur Beseitigung von Altlasten, meiner Einschätzung nach ist sie damit aber zu spät dran und wirs nichts mehr erhalten.

In 1992 musste die Stadt das Grundstück vom Bund kaufen, baufertig machen, die Strassen bauen, Altlasten beseitigen usw. Dafür behauptet die Stadt etwa 96 Mio. EUR ausgegeben zu haben. Der Stadtteil Vauban ist also etwa ein Null zu Null-Geschäft für die Stadtverwaltung, sagt die Stadt. Natürlich gehe ich nicht davon aus, daß die Stadt falsche Zahlen nennt. Die Stadtverwaltung "vergisst" jedoch gerne, dass sie von den 96 Millionen etwa 17 Mio. EUR für den Bau der Schule und dreier Kindergärten "abgezweigt" und somit aus dem Verkauf der Grundstücke finanziert hat.

Dazu muss man wissen: Das Bauen von Schulen ist eine Pflicht der Städte unabhängig von der Stadtplanung, dafür zahlen wir Steuern. Im Stadtteil Vauban wurden die Schulen also nicht aus Steuern bezahlt sondern indirekt über die Grundstückskäufe. So gesehen haben wir Vaubanbewohner zweimal für diese öffentlichen Gebäude bezahlt: In den Grundstückspreisen und ausserdem zahlen wir noch für die anderen Schulen Steuern. Es gibt einen Grundsatz in der Landesbauordnung, dass man bei einer "städtebaulichen Entwicklung" (das ist ein Fachbegriff) eine Bürgerbeteiligung machen muss UND dass die Stadt dann eigentlich keinen Gewinn machen darf (auch wohl aus steuerlichen Gründen).

Hier hat die Stadt so gesehen 17 Millionen gewonnen. Niemand hat was dagegen dass die Schulen gebaut wurden, aber uns Bürgern gegenüber hat die Stadt stets ein schlechtes Gewissen erzeugen wollen, nach dem Motto, jede kleine Änderung die wir wünschen würde die Stadt ins Minus treiben, - bei anderer Sichtweise sieht es lediglich so aus als wäre das dicke Plus etwas kleiner. Es ist die weltweite absolute Ausnahme dass Städte mit einer Stadtentwicklung nicht drauflegen - Stadtentwicklung kostet Geld. Im Vauban konnte man die Grundstückspreise jedoch (Marktwert) so hoch setzen, dass die Stadt nach unserer (Forum Vauban-) Sicht Gewinn gemacht hat.

Warum schreibe ich all das?

Man sieht dabei, dass schon die Definitionsmacht von Worten eine Stimmung in die eine oder andere Richtung erzeugen kann. Die Badische Zeitung hat stets das Argument mit dem "Defizit" stets unkritisch nachgeplappert und uns als besonders fordernde Zeitgenossen dargestellt. Menschen haben sich z.T. Vorurteile gebildet. Wenn man genauer nachsieht, ist das Gegenteil der Fall.

Ich behaupte: Auch durch die Arbeit des Forum Vauban wurde der Stadtteil so attraktiv dass es schneller vermarktet wurde als das Rieselfeld.

Bei der Planung wollte man 600 Arbeitsplätze in Vauban schaffen. Hat man das Ziel erreicht?

Auch da kann ich leider nicht zu sagen, es wäre auch die Frage ob man die Handwerker die die Häuser gebaut haben dazurechnet. Einige Hundert sind es auf jeden Fall (permanent geschaffene Arbeitsplätze), allein das Restaurant Süden hat meines Wissens 40 bis 60 Arbeitsplätze. Wie zählt man nun geringfügige Beschäftigung..?

Wie viele Kindergärten hat der Stadtteil?

Vier: Die "Wilde Mathilde" im Haus 037 von SUSI, zwei von der Stadtverwaltung (Nähe der Schule und ein Provisorium an der Wiesentalstrasse) und ein kirchlich finanzierter Kindergarten (Diakonie)

Wurden es vier, weil es einen unerwarteten Kinderreichtum gab? 

Ja, das stimmt - wir hatten schon mit viel Kindern geplant aber es wurden noch mehr als erwartet: Etwa in 2009 waren etwa 40% der Einwohner unter 18 Jahren alt!

Ich habe auch zur Größe von Vauban zwei Zahlen bemerkt. Einmal sprach man von 38 ha ein anderes Mal von 41ha. Da 41ha viel öfters vorkamen nehme ich auch an, dass das korrekt ist. Stimmt das?

Das stimmt, wenn Sie SUSI, das Studentenwerk und die Solarsiedlung auf der anderen Seite der Merzhauser Straße hinzurechnen (was wir ja in der Regel tun). Reiner Neubau war es soweit ich mich erinnere 34 ha (weiss nicht mehr welche Zahl da stimmt). Die alte Kaserne hatte 38 ha.

Hat Vauban jetzt schon die geplante S-Bahn Station?

Nein. Sie käme an die Stelle wo die Wiesentalstraße unter den Bahngleisen durchtaucht. Nun wird das Geld wohl im Bahnprojekt "Stuttgart 21" verbraten.

Wie teuer ist die billigste Wohnung? Ich habe mal etwas von 3700 € pro m² in einem Film gehört ist das noch aktuell? 

Das dürfte vielleicht die teuerste Wohnung sein. SUSI hat für ca. 500 EUR / qm gebaut (ohne Boden und ohne Erwerbskosten der Häuser). Seit die erste Finanzkrise in 2008 halbwegs überwunden scheint, steigen dei Immobilienpreise in ganz Deutschland ins Unermessliche, so auch in Freiburg zur Zeit (2014).

Im ersten Baubaschnitt hat die GENOVA für 1250 EUR / qm gebaut, und zwar einschliesslich Grundstückspreise, Steuer, Architektenhonorar usw. Bei GENOVA handelt es sich sicher nicht um schlechte Qualität - GENOVA verfügt sogar über einen Aufzug, - keine Parkplätze. Bei Baukosten muss man auch immer ganz genau schauen was gemeint und enthalten ist und was nicht. Von Land zu Land sind die Konventionen da unterschiedlich. So wird in Frankreich der Quadratmeter Wohnfläche anders gemessen, nämlich im Außenmaß, in Deutschlnad ist es die nutzbare Innenfläche.

Ich kenne Passivhäuser (die Kleehäuser) die inkl. Grund und Aufzug, Steuer und Architekt aber ohne Parkplatz 2.200 bis 2.300 EUR / qm gekostet haben (in 2004, Genova war 5 Jahre früher, man müsste eigentlich auch die Inflation berücksichtigen). Bauträger waren in der Regel 15-25% teurer (!) als das Bauen in Baugruppen. Die Baukosten im Vauban waren ganz normal und vergleichbar mit der Region.

Das BHKW wird mit Holzschnitzel geheizt. Woher kommen diese?

Soweit ich weiss aus dem freiburger Stadtwald (da fallen immer Späne am beim normalen Durchforsten) und u.a. dem Sägewerk Dold in Kirchzarten, also maximal aus 50 km Umkreis. Dieser Wert sollte aus ökologischen Gründen nie überschritten werden.

Gilt in Freiburg oder auch in Vauban das Fahren ohne rote Umweltplakette?

Bis vor ein paar Jahren ja, seit ein- oder zwei Jahren verteilt die Stadt jedoch regelmäßig Strafzettel, wie auch in der Badischen Zeitung zu lesen war.

Was gibt es Iher Ansicht nach an Vauban zu kritisieren? Ich habe gelesen, dass nur ca. 50% der Vorschläge vom Forum Vauban umgesetzt wurden… 

Das mit den 50% bezieht sich vermutlich auf die Ideen und Konzepte aus dem Buch "Nachhaltige Stadtentwicklung beginnt im Quarier". Das ist doch schon nicht schlecht!

Was man hätte besser machen können (meiner Meinung nach)

  1. Die Ausrichtung der Häuser ist (mit ihrer Fassade) mehrheitlich nicht nach Süden. Damit untergräbt man etwas die Möglichkeit, Passivhäuser zu bauen (d.h. sie werden teurer, wenn man die 15 kWh/qma erreichen will). Der Forum Vauban hatte das damals schon kritisiert aber die Stadt hatte vor 15 Jahren vielleicht nicht den Mut daran zu glauben dass Passivhäuser eines Tages ein Standard werden. Wir sind glaube ich mehrheitlich mit dem Ergebnis zufrieden und können keine weiteren Fehler feststellen.
  2. Manche sagen es sei zu eng bebaut, ich bin nicht der Meinung (ausser bei den Bauträgerhäusern)
  3. Was uns aber oft frustriert hat, war die Trägheit und dass wir so oft und zäh gegen die Stadtverwaltung kämpfen mussten. Die Presse hat auch dazu beigetragen dass wir so ein bisschen als ewig Unzufriedene dargestellt werden und die positiven Aspekte der Bürgerbeteiligung werden gerne vergessen. Jeder Bürgermeister sonnt sich gerne in der (relativ guten) Bürgerbeteiligung, wenn es dann wehtun würde bekämpft man sie dagegen.

Wir haben hier die Lektion gelernt, dass man viel Kraft in politischen Kampf (ich meine nicht Parteipolitik, sondern sich für Ziele einsetzen) aufbringen muss, das wird in einer künftigen (noch demokratischeren) Gesellschaft hoffentlich einfacher.

Jemand schrieb neulich: Bürgerbeteiligung ist ein teures, nervenaufreibendes Hobby. Das trifft es leider.

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