DIVA kippelt in den Gemeinderat

Badische Zeitung vom Dienstag, 21. Oktober 2003 

Haus 50 kippelt in den Gemeinderat

Interessengemeinschaft "Diva" will vor Unterzeichnung des Kaufvertrages noch einige Punkte geklärt haben 

Von unserer Redakteurin Andrea Drescher 

Nach langem Ringen steht der Erhalt des Hauses 050 im Quartier Vauban wieder auf der Kippe: Einen Tag bevor der Gemeinderat heute beschließen sollte, dass Grundstücksgröße und Kaufpreis reduziert und eine Entschädigung für eine Skater- und Streetball-Anlage gezahlt werden, traf gestern bei OB und Stadträten ein Brief ein. Darin fordert die Gesellschaft Dienstleistungen, Kunst & Handwerk Vauban (Diva) als potenzielle Käuferin die Klärung weiterer Punkte als Voraussetzung für die Vertragsunterzeichnung. 

Die Vorgeschichte: Nach mehreren Fristverlängerungen hatte die Projektgesellschaft im September einen bankbestätigten Finanzierungsnachweis vorgelegt. Dieser beinhaltete eine Gesamtsumme von gut einer Million Euro, während die Stadtverwaltung für Haus und Grundstück einen Kaufpreis in Höhe von mehr als 1,3 Millionen Euro angesetzt hatte. Um die fehlenden 335 000 Euro auszugleichen, hat die Verwaltung das Grundstück um 500 Quadratmeter verkleinert und somit den Kaufpreis auf 1,1 Millionen Euro reduziert. Zudem bietet sie 135 000 Euro als Entschädigung dafür an, dass Diva 15 Jahre lang 600 Quadratmeter des Areals für eine Skater- und Streetball-Anlage zur Verfügung stellt. 

Wenn dem der Gemeinderat heute zustimmt, müsste Diva bis 31. Oktober eine neue Finanzierungsbestätigung vorlegen, den Kaufvertrag bis 30. November unterzeichnen und das Geld bis 31. Dezember überweisen. Ansonsten wird das Haus - wie beschlossen - abgerissen. 

"Spitz auf Knopf" steht es nun, sagt Bobby Glatz von Diva, dass Letzteres passiert: Zum einen, weil die Bank für einen neuen Finanzierungsnachweis eine längere Frist bräuchte; zum anderen weil das Geld für den Erwerb entsprechend des Finanzierungskonzeptes frühestens drei Monate nach Vertragsabschluss gezahlte werden könne. Und drittens wegen einer still gelegten Heizungsanlage im Haus: Weil sie einst mehr als zehn Mannschaftsgebäude und Hallen mit Wärme versorgt hat, steht Diva auf dem Standpunkt, dass ihre Entsorgung für 108 000 Euro die gesamte Entwicklungsmaßnahme Vauban betreffe. Laut Glatz würden die Diva-Geldgeber bis zu 25 Prozent davon selbst tragen. Ob das Projekt an den restlichen Kosten scheitert, wird der Gemeinderat heute entscheiden müssen. Vor ihren gestrigen Sitzungen waren die Fraktionen hin und hergerissen, ob sie Diva noch einmal entgegen kommen wollen. Als "schwer einzuschätzen" bezeichnete Stadträtin Ellen Breckwoldt (CDU) die Sachlage, als "schwierig" stufte Margot Queitsch (SPD) die Entscheidung ein, denn die Position von Diva sei durchaus nachvollziehbar, was auch die Fraktionsgemeinschaft Unabhängige Frauen/Linke Liste so sieht. Andererseits fürchtet Claudia Herbstritt (Junges Freiburg), "dass da gepokert wird". Aus dem Rathaus war noch keine Einschätzung zu bekommen: Das Haus 050 ist erst heute Thema in der Dezernentenrunde. 

Münstereck 

Quelle: http://www.badische-zeitung.de

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