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Das Passivhaus

Das Passivhaus hat einen erklärungsbedürftigen Namen: Man könnte sagen, es sitzt der Sonne zugewandt und läßt sich vor allem im Winter, Frühjahr und Herbst von der Sonne heizen. Wie kam es aber zu der Idee?

Dr.Wolfgang Feist war zu Anfang der 90er Jahre an der Uni Darmstadt mit dem Energiesparen im Wohnungsbau befasst. Zum ersten Mal überhaupt machte er sich daran, die Investitionskosten einer energiesparenden Maßnahme zu vergleichen mit den dadurch zu erwartenden, jährlichen Einsparungen. Es wäre natürlich Unsinn, wenn man durch eine Dämmung mehr Geld (oder Energie) hineinstecken müsste als in den Jahren des Betriebs zurückzuholen sind.

Das Ergebnis dieser ganr praktischen Berechnungen und Forschungen war mehr als überraschend: Bisher haben wir Energie immer nur verschwendet – versucht man nämlich ein Haus mit minimalen Gesamtkosten (Investition plus Betriebskosten Heizung über 30-40 Jahre) zu bauen, kommt von selbst das Passivhaus heraus. Es haute die Fachwelt fast um, dass dieses Haus nur mit 10% des Wärmeverbrauchs auskommt im Vergleich zu einem damals üblichen Neubau! Man hatte in den Jahren der Kriege und des Öl-Booms nie genau nachgeechnt, nur waren schon in den 80er Jahren die Energiekoste das erste Mal stark gestiegen.

Die Passivhaus-Idee besteht im wesentlichen aus fünf grundlegenden Verbesserungen, - zwei davon kosten nichts:

  • Die Ausrichtung einer großen Gebäudefassade nach Süden erleichtert die Nutzung passiver Sonnenenergie.

  • Die Abwärme der Bewohner trägt dank der Dämmung schon zur Hälfte zur Heizung des Hauses bei

Aber natürlich sind auch Mehrkosten der Investitionen fällig:

  • Die Aussenwanddämmung muss auf mindestens 30 cm aufgestockt werden!

  • Es werden dreifachverglaste und dichte Fenster benötigt

  • Eine mechanische Lüfrung mit Wärmerückgewinnung wird nötig – und rechnet sich!

Alles in allem liegen die Mehrkosten bei 5-10%. Das ist keine persönliche Spekulation, sondern ein Zahlenwert der bereits vor ca. 10 Jahren in Österrreich bei ca. 300-400 Passivhäusern ermittelt wurde. Die Zahl deckt sich auch durchaus mit dem Erfahrungen von Freiburg.

In den letzten Jahren (genauer seit 2008) sind die Bau- und Immobilienkosten jedoch deutlich aus dem Ruder gelaufen. Selbst für normale Nicht-PAssivhäuser werden 4000 EUR pro Quadratmeter gefordert und bezahlt. Das ist Unsin – oder durch Luxus zu erklären. Seit der esten Finanzkrise ziehen viele wohlhabende Menschen ihre Gelder aus den Börsen und Versicherungen zurück weil sie glauben ihr Kapital sei durch Investitionen vor Wertverlust geschützt. Das trifft sicher zum Teil zu, - ob aber die Mieter selbst jetzt, vor dem nächsten Crash noch die exorbitanten Mieten die daraus resultieren, bezahlen können ist mehr als fragwürdig.

Am deutllichsten wird die Bedeutung des Passivhauses wenn man Heizkosten vergleicht: In einer 90 m2-Wohnung zahlen drei Personen zum Beispiel in der Regel unter 100 EUR – man muss allerdings die Warmwasserkosten heruasrechnen. In einem Passivhaus muss in der Regel mehr Geld und Energie zur Warmwasserbereitung aufgewendet werden als zum Heizen.

Aber kann ich denn die Fenster aufmachen?

Das ist eine der häufig gestellten Fragen an Passivhausbewohner. Die knappe Antwort leutet: Ja, wann immer Sie wollen, Aber fragen Sie sich bitte mal: Wenn es draussen -15°C kalt ist, für wieviele Stunden lassen Sie dann an Ihrem jetzigen Wohnort Ihre Fenster pro Tag geöffnet? Sehr wahrscheinlich lautet die Antwort: Nur wenige Sekunden bei einer solchen Kälte. Dieses Verhalten brauchen wir genauso in einem Passivhaus. Sie merken ja an der Temperatur, wenn Sie das Fenster von ganz alleine wieder schliessen möchten. Und frische (nicht kalte) Luft haben Sie ja, anders als in einem herkömmlichen Haus, für 24 Stunden am Tag – durch die Lüftung. Die Lüftungsrohre sind dabei auch nicht staubiger als die Ummgebungsluft. Bakterielle Probleme können nicht auftreten, da ja kein Teil Ihrer Abluft (in der Kondensation stattfinden könnte) niemals wieder in den Raum geleitet wird.

Natürlich braucht es einen guten Ingenieur und eine gute ausführende Firma, damit Sie von keinem Lüftungsgeräusch gestört werden. Alles eine Frage der Technik und der Erfahrung.

Und in der Übergangszeit?

Wenn es draußen zwischen +12 und 16 °C warm (oder kalt) ist, können Sie sogar die Fenster gekippt halten, wenn Sie wollen: Normalerweise schaltet sich die Heizung in einem Passivhaus erst unterhalb einer Aussentemperatur von 12 °C zu – zwischen +20 und +12 °C reichen die inneren Gewinne (Duschen, Kochen, Abwärme des Haushalts-Stromverbrauchs) aus um das Haus auf Temperatur zu halten – ohne Komfortverlust, d.h. Wir gehen von 21 °C aus.

Wenn es im Winter sehr kalt ist, hilft uns ein weiterer Effekt: Feuchtigkeit kann sich dann nicht mehr in der Atmosphäre halren, es regnet oder schneit ab. Dann ist der Himmel klar: Obwohl es nachts sehr kalt werden kann, verlässt sich das Haus darauf dass am nächsten Tag die Sonne schenit. Innentemperaturen von 24 °C sind dann die Regel, nicht die Ausnahme. Und einen Teil dieser Wäerme rettet sich in den Abend und die Nacht.

Im Moment (2013) muss man auch in Passivhäusern noch einen Rest Wärme von aussen hinzufügen. Sofern aber die Heizkkosten weiter steigen (alles spricht dafür) wird das am wirtschaftlichsten zu heizenden Haus das Nullenergiehaus sein: Man steckt noch etwas mehr Geld in die Dämmung und kann dafür auf ein aktives Heozungssystem ganz verzichten. Das ist die ursprüngliche Definition eines Passivhauses. Als „Notfallheizung“ kann man ja auch mal eine Flamme des Gasherdes anzünden, zum Beispiel wenn man aus dem Winterurlaub kommt und das Haus ist nicht mehr geheizt.

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