• Winter in der Gropiusstrasse
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  • Marktplatz vor Haus 037
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  • Einräder auf der Vaubanallee
    Einräder auf der Vaubanallee

Der Freiburger Niedrigenergiehaus-Standard

Als die Kelten noch in den Wäldern hausten, holte man sich Feuerholz aus dem alles umgebenden Wald. Als das Holz nicht mehr reichte, entdeckten wir die Kohle und zu Goethes Zeit war dies der wichtigste Energielieferant. Zur vorletzten Jahrtausendwende wurde dann Öl und Gas entdeckt und seither ist die ganze Welt wie ein Süchtiger abhängig von einer versiegenden Energiequelle.

Natürlich hat aus Auswirkungen auf den Baustil: Bauten die Bauern noch energieeffizient (Das Vieh im Erdgeschoss diente als Heizung – Wohnen fand ein Stockwerk höher statt, darüber die Scheune voll mit Stroh - auch heute noch eine sehr gute Dämmung) – war man spätestens nach dem Krieg der Meinung, dass alles geht. Nur so ist die Existenz von Häusern zu erklären, die heute noch stehen und 40 mal (nein, Sie haben sich nicht verlesen) mehr Heizenergie verbrauchen als der Stand der Technik – Passivhäuser: 400 kWh pro Quadratmeter und Jahr im Altbau anstatt 10.

Es gab in Deutschland und anderen Ländern nach dem Schock der ersten Ölkrise gesetzliche Maximal-Verbrauchswerte für den Neubau (Wärmeschutzverordnung 1984 und 1995): Der maximal erlaubte Energiekennwert lag in 1995 bei ca. 110 kWh pro Quadratmeter beheizbatre Fläche und Jahr. Das ist in etwa halb soviel wie der bundesdeutsche Durchschnitt der damaligen Zeit und klingt nach Fortschritt.

Da wir aber in Freiburg das des Öko- und des Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme an einer wichtigen Quelle alle Informationen zum Thema Energie sitzen, hatte auch der Gemeinderat bereits in 1992 erkannt dass es sinnvoll und wirtschaftlich ist, diese Energiekennwerte noch weiter zu senken: Der Freiburger Niedrigenergiehaus-Kennwert war geboren. Er besagt, das kein neu gebautes Wohnhaus mehr als 65 kWh pro Quadratmeter und Jahr zur Heizung aufwenden darf. Dieser Kennwert wurde auch für den Stadtteil Vauban und Rieselfeld verbindlich und war damals ein großes Vorbild für andere Gemeinden. Er sorgt dafür, dass sich alle mit dem Bau befassten Firmen mit der Dämmung beschäftigen msusten. Das war am Anfang für manche Firmen sicher mühsam – diese haben aber heute einen wirtschaftlichen Vorteil das sich sich auskennen – besser als die Konkurrenz.

Es gab aber in 1992 eine weitere Entwicklung, die freilich zunächst nur Fachleute verfolgten: Dr. Wolfang Feist in Darmstadt „erfand“ das Passivhaus. Es nutzt Heizwärme nochmal deutlich effizienter als die damals durchaus lobenswerten Niedrigenergiehäuser. Etwa in 2007 wurde ein ähnlicher Niedrigenergiehaus-Standard bundesweit gültig. Ein Standard, der in der Schweiz schon viele Jahre früher eingeführt wurde. Wenige Jahre später hatt der freiburger Gemeinderat begriffen, dass es noch besser geht, und machte den Passivhaus-Standard zur verbindlichen Norm: Danach dürfen neu errichtete Wohngebäude nicht mehr als 15 kWh pro Quadratmeter an Heizwärme verbrauchen.

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