• Pippi Langstrumpf
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  • Einräder auf der Vaubanallee
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  • Marktplatz vor Haus 037
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  • Winter in der Gropiusstrasse
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  • Grünfläche Nordwest
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  • Solarsiedlung
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Soziale Ausgewogenheit

Wir werden recht oft gefragt (wenn auch weniger direkt formuliert), ob der Stadtteil in einigen Jahren nicht ein Ghetto alter reicher Leute sein wird.

Geld ausgeben

Zum Einkommen, Wohlstand oder schlicht dem Vermögen der Vaubanbewohner ist zu sagen, dass es leider selten Menschen ohne Geld sind, die Häuser bauen, jedenfalls nicht im reichen Mitteleuropa. Und dennoch: SUSI macht vor, dass man selbst als studierende Person oder Mensch mit Wohnberechtigungsschein (wenig Einkommen, arbeitslos, "Hartz IV") großartige Dinge erreichen kann wie die Renovierung und ökologische Modernisierung von vier Kasernengebäuden - sogar mit Ökokonzept und auf Niedrigenergiehaus-Niveau. Wenn also vor allem französische Besucher und Besucherinnen uns immer wieder und wieder fragen: "Ou sont les logements sociaux?" (Wo sind die Sozialwohnungen?) - verweisen wir auf SUSI. Ach ja und am Rande des Vauban - quasi leider als Lärmschutzriegel wie man etwas zugespitzt behaupten könnte, durch einige Bauträger.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass mitten in der heißen Planungszeit (1996) der Bund die Wohnungsbauförderung auf andere Grundlagen gestellt hat - auch ein Grund warum es im Stadtteil nicht so viele Sozialwohnungen gibt wie Bürger und Stadtverwaltung zu Anfang wollten. Ja, es gibt auch heute noch soziale Wohnungsbauförderung: Investoren bekommen zinsgünstige Kredite wenn sie eine Wohnung für zehn Jahre auf dem Preisniveau von Sozialwohnungen. Da sie danach die Mieten stark erhöhen können darf die Frage erlaubt sein ob man eher die Mieter oder die Vermieter fördern will.

SUSI (und andere Projekte des Mietshäusersyndikats) zeigen dass es auch anders geht: SUSI hat zwar dieselbe Förderung erhalten wie die genannten Bauträger, wird aber laut Satzung für immer szialen Wohnraum anbieten. Dank der Idee des Mietshäusersyndikats ist es sogar unmöglich, dass sich spätere Geschäftsführer attraktive Teile des Projekts an sich selbst privat verkaufen.

Und man muss ich vergegenwärtigen dass sozialer Wohnungsbau in jedem Land etwas anders funktioniert: In Frankreich erwarten die Bürger das vom Staat, in Deutschland ist man eher zu verschiedenen Arten von Hilfe (Wohngeld..) übergegangen. Was davon besser ist - wer mag es beurteilen?

Geld sparen

Vor allem in der intensiven Planungsphase haben wir immer wieder gesehen, wo man überall Geld sparen kann - manchmal an Stellen an denen wir es gar nicht vermutet hatten.

So spart zum Beispiel das Bauen in Baugruppen durchschnittlich 20% der Baukosten! Baut man genau nach seinem Bedarf, weil die flexiblen Architekten das zulassen, riskiert man auch nicht mehr Quadratmeter kaufeb zu müssen als man finanzieren kann. Die privaten Grundstücke sind relativ schmal (und daher billiger) - die Grundstückskosten verteilen sich in der Regel auf 4 Stockwerke und nicht nur auf eines wie beim typischen freistehenden Einfamilienhaus auf dem Lande.

Wer kein Auto hat, spart nicht nur das Geld für die Anschaffung des Autos sondern auch für den Parkplatz, Instandhaltung, Benzin, Versicherungen, Reinigung und Strafzettel. Ach ja und Benzin. Menschen ohne Auto können sich eben manchmal ein Taxi leisten.

So ist der Stadtteil an vielen kleinen Stellen attraktiv für Leute mit weniger Geld. Natürlich kann man sich hier auch an zwei Stellen einen gläsernen Flügel in den 10. Stock neben seinen Jacuzzi stellen, aber der Flügel von dem ich gehört habe ist ganz normal schwarz.

Familien- und Altersstrukturen

Im Stadtteil Vauban gibt es überdurchschnittlich viele kinderreiche Familien - überall sonst in Deutschland nimmt das Durchschnittsalter zu. Also erst mal eine gesunde Altersstruktur. Wie wirds aber wenn die Kinder aus dem Haus sind? Da es hier viele große Wohnungen (mit 4 oder mehr Zimmern) gibt sind wir eigentlich schon so gut wie sicher, dass die Wohnungen bald für Studenten-WGs gesucht sein werden. Ich denke wir kleben heute nicht mehr so an der Scholle wie nach dem Krieg als ein Gärtlein das Überöeben sichern konnte - und da wird es ein älter werdendes Paar es schaffen, eine Wohnung zu verlkaufen die zu groß geworden ist. Und dadurch wird sich der Stadtteil erneuern.

Ausserdem sind neue Mieter über den Zeitraum hin eingezogen - von 1999 bis 2014 - dadurch ist die Alterspyramide auch schon etwas "verschmiert".. sprich besser gemischt.

Es stimmt, dass der Stadtteil mit seinen 40% Einwohner die jünger als 18 Jahre sind vielleicht der jüngste Stadtteil Deutschland ist (vielleicht zusammen mit dem Rieselfeld). da dauert es vielleicht noch eine Weile bis sich der Stadtteil wie ein Altenheim anfühlt. Ganz Deutschland wird freilich - mangels eines negativen Geburtensaldos seit Mitte der 60er Jahre - freilch in wenigen Jahrzehnten eine überalterte Gesellschaft sein - wie zum Beispiel auch Japan.

Das läßt sich auch durch eine noch so gute Stadtplanung nicht lösen - oder haben wir gerade das geschafft? Die Qualität einers Stadtteils so zu heben dass man / frau Lust hat Kinder zu bekommen? Ich kenne jedenfalls ein zugereistes Paar, dem genau das passiert ist - seit sie hier sind wurden ihnen zwei Kinder geboren.

Der Formfaktor

Wenn man sich anschaut, welchen Stadtteile heute die Bewohner wegsterben oder weglaufen, sind das vor allem die Sozialwohnungsbauten der 70er Jahre (Babyboomer) und die Stadtteil mit sogenanter einkommensschwacher Bevölkerung - darunter auch Menschen die über 40 Stunden malochen und trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen weil reiche Politiker immer noch keinen Mindestlohn einführen wollen.

In Freiburg ist davon vor allem der Stadtteil Landwasser betroffen - Hochhäuser mit viel Grün drumherum, in denen dennoch niemand mehr wohnen möchte. Der Supermarkt überlegt jedes Jahr aufs neue ob er nun schliessen muss. Im Stadtteil Vauban haben wir dagegen in etwa denselben "Formfaktor" (Größe der Baukörper, Anzahl der Stockwerke, Größe der Grundstücke, Hinterhof- und Gewerbestruktur, also ganz ähnlch dem Stadtteil Wiehre, der mit dem Stadtteil Vauban um den Titel des attraktivsten Stadtteils ringt. Und im "Villenviertel" Wiehre stellen wir dann auf einmal fest, es handelt sich auch um eine Art "Monokultur", man möchte fast sagen Retortenstadt die durch wohlhabende Rentner in den Jahren zwischen 1910 und 1920 entstanden ist.

Wir haben also keine Bange. Das sollte reichen.

 

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