• Solarsiedlung
    Solarsiedlung
  • Einräder auf der Vaubanallee
    Einräder auf der Vaubanallee
  • Pippi Langstrumpf
    Pippi Langstrumpf
  • Winter in der Gropiusstrasse
    Winter in der Gropiusstrasse
  • Grünfläche Nordwest
    Grünfläche Nordwest
  • Marktplatz vor Haus 037
    Marktplatz vor Haus 037

6. Gegenwärtiger Stand der Verkehrssituation

6.1: Vauban in Zahlen

Die Gesamtzahl der zum 1.7.2002 in Vauban wohnenden Bevölkerung und damit zum ungefähren Zeitpunkt der Bewohnerbefragung (vgl. Kapitel 7.5) betrug 2.904 Personen (incl. SUSI und Studentenwohnheim, nach Auskunft Amt für Statistik und Einwohnerwesen, Freiburg). Damals waren von den insgesamt auf Vauban lebenden 1.050 Haushalten im stellplatzfreien Bereich 355 Haushalte "autofrei" und 348 Haushalte "stellplatzfrei". Die durchschnittliche Haushaltsgröße leitet sich aus den Werten 2.904 Personen und 1.050 Haushalte ab. Der Durchschnittswert betrug somit 2,77 Personen je Haushalt.

Verteilung der Haushaltstypen in Freiburg und im Stadtteil Vauban

Der Stadtteil Vauban ist im Vergleich zum Gesamtgebiet der Stadt Freiburg durch ein niedrigeres Durchschnittsalter, einen deutlich höheren Anteil an Mehrpersonenhaushalten und einen sehr viel höheren Kinderanteil gekennzeichnet. In Vauban ist der Mehrpersonenhaushalt mit Kindern mit Abstand der häufigste Haushaltstyp, Einpersonenhaushalte kommen recht selten vor. Auf das gesamte Stadtgebiet bezogen gilt genau das Gegenteil: Hier dominieren die Einpersonenhaushalte. In den Mehrpersonenhaushalten der Stadt Freiburg leben mehrheitlich keine Kinder.

Sozialstruktur des Quartiers

Infolgedessen weicht auch die Altersverteilung erheblich vom Freiburger Durchschnitt ab. Sie weist zwei Spitzen in der Gruppe der bis 15-jährigen und in der Gruppe der 25- bis 45-jährigen auf. Beide Gruppen sind im Vergleich zur Stadt Freiburg überproportional oft vertreten.

Die Zahlen halten deutlich vor Augen, dass Vauban zum weit überwiegenden Teil von jungen Familien bewohnt wird, deren spezielle Bedürfnisse bei der Fortentwicklung des Mobilitätskonzeptes und bei der Entwicklung von Mobilitätsangeboten zu berücksichtigen sind.

Mit Stand vom 1.1.2003 sind 3.123 Menschen auf Vauban gemeldet. Davon sind 25,9% verheiratet, 90,7% haben die deutsche Staatsangehörigkeit, knapp 30% sind unter 18 Jahren und nur knapp 9% der gemeldeten sind zu diesem Zeitpunkt über 45 Jahre alt. In der Studentensiedlung sind 628 und beim Wohnprojekt S.U.S.I. sind 314 Personen am 1.1.2003 gemeldet. In 2002 zogen pro Monat im Durschnitt 70 neue Bewohner nach Vauban. Insgesamt sind etwa 1/3 der Bewohner aus Gebieten außerhalb Freiburgs zugezogen, 2/3 stammen aus dem Stadtgebiet.

Abbildung 10: Verteilung der Haushaltstypen in Freiburg und im Stadtteil Vauban

(Daten Stadt Freiburg: http://www.freiburg.de . Zahlenspiegel; Daten für Vauban: eigene Bewohnerbefragung (vgl. Kapitel 7.5)

Kapitel 6.2: ÖPNV-Anbindung des Quartiers

Karte Vauban mit Haltestellen des ÖPNV

Der Stadtteil Vauban wird derzeit von 4 Buslinien erschlossen PDF als Druckversion hier

Karte 4: Buslinien und Haltestellen auf dem Vaubangelände 

Die Linie 10 tangiert das Quartier im Osten entlang der Merzhauser Straße. Sie führt (wochentags im 15min. Takt, Sonntags im 30min. Takt) in einer Fahrtzeit von ca. 15 Minuten ins Stadtzentrum am Bertoldsbrunnen. In der anderen Richtung verbindet sie mit den südlich gelegenen Hexental-Gemeinden Merzhausen und Au. Wochentags fahren die Busse auch einmal stündlich ins Quartier ein.

Linie 10 
Provisorische Haltestelle auf der Vaubanallee
Bild 15: Provisorische Haltestelle auf der Vaubanallee 

Die Linie 11 tangiert das Quartier nördlich entlang der Wiesentalstraße. Sie verbindet den Stadtteil in ähnlicher Frequenz im Westen mit Freiburg-St. Georgen und der Endhaltestelle der Stadtbahnlinien 5 und 7 an der Munzinger Straße. Durch diese Tangentialstrecke besteht auch eine Verbindung ins Gewerbegebiet "Auf der Haid". Sie verbindet das Quartier außerdem mit dem Stadtzentrum am Stadttheater bzw. "Siegesdenkmal". Einzelne Kurse fahren weiter bis ins Gewerbegebiet Nord.

Linie 11 

Die Linie 26 beginnt/endet am westlichen Ende des Stadtteils und führt tangential zum Stadtzentrum entlang der Eschholzstraße bis zum Klinikum. An der Eschholzstraße gibt es eine Umsteigemöglichkeit zu allen Stadtbahnlinien. Die Linie wird in der Regel nur zwei Mal stündlich bedient und verkehrt derzeit nur montags bis samstags.

Linie 26 

Die Regionalbuslinie 7208 fährt entlang der Merzhauser Straße (Haltestellen Ziegelei und Wiesentalstraße) und verbindet das Quartier mit dem Freiburger Hauptbahnhof sowie dem Hexental und Ehrenkirchen. Es besteht leider keine weiter gehende Verbindung bis Bad Krozingen. Die Linie wird wochentags zwei Mal, samtags und sonntags ein Mal stündlich bedient.

Linie 7208 

Ab dem Frühjahr 2006 soll die Stadtbahn Vauban den Stadtteil mit dem Stadtzentrum am Bertoldsbrunnen verbinden. Innerhalb des Quartiers sind drei Haltestellen geplant:

Die Planungen 

  • westlich der Astrid-Lindgren-Straße an der Wendeschleife,
  • an der Kurt-Tucholsky- und Harriet-Straub-Straße und
  • am Paula-Modersohn-Platz am östlichen Ende.

Nach Fertigstellung der Stadtbahn werden die Buslinien wie folgt verändert:

  • Die Linie 10 wird von Süden (Merzhausen) kommend am Paula-Modersohn-Platz enden mit guter Umsteigemöglichkeit in die Innenstadt.
  • Die Linie 11 wird von St. Georgen kommend an der Wendeschleife der Stadtbahn enden mit guter Umsteigemöglichkeit in die Innenstadt.
  • Die Linie 26 wird an der selben Stelle enden; der Verlauf wird bleiben.

Kapitel 6.3: Mobilitätsdienstleistungen im Quartier

Neben den stadtplanerischen Möglichkeiten Stichwort "Stadtteil der kurzen Wege" und der Ansiedlung von Gewerbe und Einkaufsläden in Entfernungen, die bequem auch zu Fuß zurückgelegt werden können gehört auch das Angebot von Mobilitätsdienstleistungen, um Fahrten und damit Verkehr zu vermeiden. Insbesondere zum Transport von schweren Gütern bedarf es Alternativen zum Transport mit dem eigenen Auto. In den folgenden Kapiteln wird das bisherige Angebot auf Vauban näher erläutert.

Der HL- Lebensmittelmarkt an der MerzhauserstraßeBild 16: Der HL- Lebensmittelmarkt an der Merzhauserstraße 

Kapitel 6.3.1: HL-Lieferservice

Der Service der Supermarktkette HL, die (seit 1999) am Rande des Quartiers angesiedelt ist, wird von der Bewohnerschaft rege in Anspruch genommen, da die Lieferung der Waren ab 25 Euro kostenfrei ist. Geliefert wird grundsätzlich alles, was im Laden käuflich zu erwerben ist. An Freitagen sind zur Feierabendzeit teils zwischen 15 und 20 Fahrten zu bewältigen, auch an das Quartier angrenzende Wohnstrassen werden beliefert. Die beiden dafür bereit stehenden Fahrzeuge sind nach aussage der Marktleiterin komplett ausgelastet, decken dennoch die anfallenden Kosten mitnichten, und nur eine große Supermarktkette könne sich das ideelle Ziel eines Lieferservices leisten.

Die Lieferaufträge werden von einer Fremdfirma übernommen, die Fahrer tragen alles direkt in die Wohnung und nehmen auch Leergut mit. Möglich ist die Bestellung im Laden über Telefon und Fax, oder der Einkauf wird persönlich getätigt und dort bis zur Auslieferung deponiert. Die Lieferung erfolgt mit zwei kleinen motorisierten "Dreirädern" (Zweitakter).

Es wäre durchaus möglich, auch umliegende Geschäfte (Metzger, Apotheke u.a.) an diesen Lieferservice anzugliedern; die Supermarktkette selbst versteht den Lieferservice als Teil ihrer Werbestrategie und würde sich nicht mit anderen Geschäften unter einem gemeinsamen Logo vereinigen.

Unseren Vorschlag, den sehr ausgelasteten Lieferservice durch einen Lieferservice per Fahrrad zu ergänzen, wurde von der Marktleiterin positiv aufgenommen; allerdings sieht sie keine Möglichkeit, die Frei-Haus-Lieferung ab 25 Euro sowie die Logistik hierfür zu übernehmen; das bedeutet in der Praxis, der Fahrradlieferservice muss auf eigenen Rechnung arbeiten, die Nutzer des Fahrradlieferservice müssen ihre Lieferung in jedem Fall selbst bezahlen.

Die Vorzüge des Fahrradlieferservice sind zum einen eine sofortige Auslieferung, da er nach dem Einkauf direkt vor der Eingangstür des Supermarktes zu finden ist, sowie eine umweltfreundliche Zulieferung anstatt der motorisierten Fahrzeuge.

"Alberto", das Bringdienst- Fahrzeug des HL-Markt- Lieferservice Bild 17: "Alberto", das Bringdienst- Fahrzeug des HL-Markt- Lieferservice 

Die Marktleiterin konnte sich durchaus vorstellen, daß ein Fahrradzulieferer trotz finanziellem Eigenanteil genutzt wird, da häufig der Wunsch nach sofortiger Auslieferung bestünde, was die motorisierten Fahrzeuge nicht leisten (Auslieferung ab 17 Uhr).

Aktuell hat der Fahrradlieferservice seine Arbeit als Probelauf begonnen; eine Einschätzung dazu ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich.

Kapitel 6.3.2: Der Fahrradlieferservice im Quartier

Von einer Person konzipiert und im Frühsommer 2002 als Geschäftsidee umgesetzt, geht der Lieferservice noch nicht auf die Bedürfnisse der Kunden hinsichtlich der Terminsicherung und der zu transportierenden Gegenstände ein. Auch gibt es keine Absprachen mit den ansässigen Betrieben, bei Bedarf als Lieferdienstleister empfohlen zu werden.

Die Projektbearbeiterin hat sich im Frühjahr 2003 eingeschaltet und mehrere Gespräche als unterstützende Maßnahme mit dem Dienstleister geführt. Diese bezogen sich vor allem auf die geplante ergänzende Zulieferung im Quartier vom Supermarkt in die einzelnen Haushalte (s.o.). Besprochen wurden ein verstärktes Maß an Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit der Präsenz vor dem Supermarkt sowie eine einheitliche und klare Pauschale für die Lieferung. Ob das Angebot des Fahrradlieferverkehrs für Einkäufe im Supermarkt angenommen wird, kann derzeit noch nicht beurteilt werden.

Inwiefern der Fahrradlieferservice darüber hinaus ausbaufähig ist, welche Strategien und Werbemaßnahmen und welche Angebote des Lieferservice mit der Bewohnerschaft kompatibel sind, könnte in weiteren Gesprächen mit der Projektbearbeiterin angegangen werden.

Kapitel 6.3.3: Fahrradladen "Radieschen"

Der ansässige Fahrradladen "Radieschen" ist nicht nur als wichtiges Handelsgeschäft mit angeschlossener Selbsthilfewerkstatt für das zahlenmäßig weitaus gebräuchlichste Verkehrsmittel zu nennen sondern auch deshalb, weil das Angebot weit über An-, Verkauf und Reparatur hinausgeht.

  
Bis Ende 2002 war der Fahrradladen "Radieschen" im Stadtteilzentrum Haus 037 untergebracht. Inzwischen ist er in die Villaban umgezogen. Bild 18: Bis Ende 2002 war der Fahrradladen "Radieschen" im Stadtteilzentrum Haus 037 untergebracht. Inzwischen ist er in die Villaban umgezogen. 

Im Verleih sind Anhänger, Kinderanhänger, Einrad und Tandem, ein Lastenfahrrad, Falträder, Kinder- und Erwachsenenräder, verschiedene Kindersitze und ein Trailerfahrrad (ein Kinderfahrrad mit einem Rad und einer Verbindungsstange, die an einem Erwachsenenfahrrad befestigt wird).

Zum Verkauf stehen Neu- und Gebrauchträder für Kinder und Erwachsene, verschiedene Trailerräder, Laufräder für Kleinkinder in Holz und Alu, Fahrradpacktaschen, entsprechende Regenkleidung und verschiedene Kindersitze.

Außerdem besteht bei Radieschen das Angebot, aus neuwertigen Einzelteilen ein individuelles Fahrrad, speziell auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten, anfertigen zu lassen, was im vergangenen Jahr verstärkt nachgefragt wurde.

Der Gedanke, daß die Bewohner mit ihrem Besuch per Fahrrad das Umland erkunden wollen, hat sich in der Ausleihpraxis bestätigt. Vor allem für Freizeitzwecke, aber auch als Ersatzrad, wenn das eigene Fahrrad in Reparatur gegeben wurde, werden im Radieschen Fahrräder geliehen.

Die angebotenen Lastenfahrräder werden im Vergleich zu den üblichen Erwachsenenfahrrädern durchweg von den Bewohnern des Stadtteils geliehen, wobei auch saisonal verstärkt eine Ausleihe zur Verkaufsanbahnung stattfindet.

Hinsichtlich der Monopolstellung im Quartier aber auch des Angebots wird für "Radieschen" in keiner einzigen Veröffentlichung geworben. Die Idee, auf dem Marktplatz als Mobilitätsdienstleister beworben zu werden wird natürlich positiv begrüßt. (vgl. folgenden Abschnitt)

Abschließend lässt sich feststellen, daß Radieschen auch ohne großen Werbeaufwand einen hohen Bekanntheitsgrad im Quartier hat und sich zudem noch insofern sehr kundenfreundlich darstellt, indem sich der Fahrradladen mit seinem erweiterten Angebot speziell auf die Zielgruppe in Vauban eingestellt hat.

 

Kapitel 6.3.4: Car-Sharing in Freiburg und Vauban

Car-Sharing Südbaden Logo

Die (umweltfreundlichere) Kfz-Nutzung in Form von Car-Sharing ist in Freiburg vergleichsweise weit verbreitet. Anbieter von Car-Sharing in Freiburg und damit auch für Vauban ist die Freiburger Autogemeinschaft (FAG). Sie ist, neben wenigen anderen, Pionier des Car-Sharing (CS) in Deutschland. Gemessen an der Einwohnerzahl ist die Freiburger Car-Sharing Organisation eine der größten in Deutschland. Sie hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ein ganzes Netz von Car-Sharing Organisationen in Südbaden errichtet werden konnte, das bisher einzigartig in Deutschland ist. Von Offenburg bis Radolfzell, von Donaueschingen bis Breisach gibt es in jedem größeren Ort Car-Sharing. Auch Lörrach, Rheinfelden und Waldshut-Tiengen, die als einzige mittelgroße Städte in Südbaden noch ohne CS waren, sind seit März 2002 bzw. 2003 dabei. Wirtschaftlich betrieben wird CS bisher jedoch nur in Freiburg. Die Südbaden-Standorte außerhalb der Freiburger Agglomeration werden, z. T. mit Unterstützung aus Freiburg, aufgebaut und unterhalten, um dem nachfolgend skizzierten Verkehrssystem eine Chance zu geben.

Die Buchungs-, Abrechnungs- und Verwaltungszentrale für die momentan über 2.000 Mitglieder in Südbaden (davon allein 1.400 in Freiburg) und die mehr als 120 Autos befindet sich in Freiburg in der Mobilitätszentrale und Fahrradstation "mobilé" am Freiburger Hauptbahnhof. Alle Mitglieder können über diese 24-Std-Buchungszentrale und ein einheitliches Zugangssystem auf alle Car-Sharing-Fahrzeuge in Südbaden zugreifen. Im Rahmen der so genannten Quernutzung können die Südbadener auch die CarSharing Angebote in der Schweiz und aller anderen Car-Sharing-Organisationen in Deutschland von Freiburg aus buchen.

Die FAG war maßgeblich an der Durchsetzung des mobilé beteiligt und hat das Verkehrskonzept für den sozial-ökologischen Modellstadtteil Vauban in Freiburg mit entwickelt. Die von der FAG aufgebaute Car-Sharing-Struktur war und ist Gegenstand mehrerer Forschungsprojekte. Im Jahr 2003 soll der jetzige Verein FAG in eine andere Rechtsform umgewandelt werden.

Im Stadtteil Vauban stehen zur Zeit (Stand Frühjahr 2003) zwölf Car-Sharing-Fahrzeuge der FAG an den Standorten Merzhauser Straße/Solargarage, Villaban-Gelände und Vauban-Allee zur Verfügung. Im Vergleich zum Rieselfeld, einem ebenfalls neuen Stadtteil mit derzeit etwa 5000 Einwohnern und nur etwa 3 Car-Sharing-Fahrzeugen ist dies eine enorm hohe Zahl. Die durchschnittliche Fahrleistung liegt bei CarSharing-Nutzern in Freiburg bei 828 km, in Vauban bei 716 km und im Rieselfeld bei ca. 655 km pro Jahr. Zu weiteren Maßnahmen zum Car-Sharing vgl. Kapitel 5.1 und Kapitel 5.5

 

Kapitel 6.3.5: Rolle des Gewerbes auf das Verkehrskonzept

Entlang der Vaubanallee entstanden in den vergangenen drei Jahren Räumlichkeiten für Kleingewerbe; so gibt es in Vauban inzwischen zwei Bäckereien, ein Lebensmittelgeschäft für orientalische Lebensmittel und Gewürze, einen Schreibwarenladen, einen Blumenladen, zwei Kinder-SecondHand-Geschäfte, den Quartiersladen (vergleichbar mit einer sog. Food-Coop), sowie zwei Dienstleister im Bildungssektor und eine Hebammenpraxis.

Der Bäcker "Benny's" gehört zu den ersten Läden auf dem VaubanBild 19: Der Bäcker "Benny's" gehört zu den ersten Läden auf dem Vauban 

Die Kundschaft der genannten Läden entlang der Vaubanallee kommt fast ausschließlich aus dem Stadtteil selbst. Damit unterscheidet sich Vauban nicht von anderen Randstadtteilen in der Stadt, auch dort wird das ansässige Kleingewerbe überwiegend von den Anwohnern genutzt. Für Vauban kann in diesem Fall die sonst üblicherweise vorgeschriebene Stellplatzpflicht für Gewerbe dauerhaft oder vorübergehend ausgesetzt werden (vgl. Kapitel 5.2.3 ).

Kunden aus benachbarten oder anderen Stadtteilen, die mit dem Auto anfahren , haben jederzeit die Möglichkeit, während des Einkaufes die bewirtschafteten Stellplätze an der Vaubanallee zu nutzen, die sich direkt vor den jeweiligen Geschäften befinden.

Der HL-Markt, ein Supermarkt mit Vollsortiment , befindet sich im Erdgeschoss der Solargarage. Für Besucher von außerhalb stehen öffentliche Parkplätze in der Quartiersgarage im ersten Geschoss zur Verfügung.

Zusätzlich wurde 2002 in der Marie-Curie-Strasse ein Gewerbehaus errichtet, in dem sich der bisher im Bürgerhaus 037 ansässige Fahrradladen Radieschen befindet, eine Schneiderei, eine Heilpraktikerpraxis, eine Elektronik- und Computerwerkstatt, eine Tai chi und Kung Fu Schule, eine Schreinerei , eine Fotowerkstatt, eine Keramikwerkstatt, eine Lederwerkstatt, ein Tatoostudio und eine Hauskantine. Die Idee zur Villaban entstand aus einem eigenen Bedarf der dort ansässigen Kleinbetriebe an Werkstätten und Ateliers. Es wird angestrebt, dass die Bewohner der Villaban interdisziplinär zusammen arbeiten. Der Austausch von Know-how und Material, der Synergieeffekt beim Gewinnen neuer Kunden und das gemeinsame Auftreten nach außen in Form von Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Ausstellungen bringen einen hohen wirtschaftlichen Vorteil.

  
Die Villaban, ein buntes Dienstleistungs- und GewerbezentrumBild 20: Die Villaban, ein buntes Dienstleistungs- und Gewerbezentrum 

Die Villaban befindet sich im als Gewerbegebiet ausgewiesenen Areal des Staddteils Vauban. Im Gewerbegebiet besteht keine Stellplatzfreiheit.

Die Villaban besteht aus ca. 25 Gewerbeeinheiten und ebenso vielen Stellplätzen hinter bzw. vor dem Gebäude. Zwei der Stellplätze sind dauerhaft an die Freiburger Autogemeinschaft vermietet; viele Mieter in der Villaban sind auch Mitglied bei der Freiburger Autogemeinschaft und haben die Ausweisung der Flächen für Car Sharing Fahrzeuge bewusst auch aus persönlichem Interesse entschieden. Die Mieter der Gewerbeeinheiten kommen fast alle mit dem Fahrrad zur Arbeit.

In der Villaban befinden sich sowohl Gewerbeeinheiten, die überwiegend von Kundschaft aus dem Stadtteil selbst leben, so zum Beispiel der Fahrradladen Radieschen oder auch die Computerwerkstatt im Erdgeschoss.

Andere Gewerbeeinheiten beziehen ihre Kundschaft eher von außerhalb, wie beispielsweise die Lederwerkstatt , die Schneiderei oder das Architekturbüro. Für Kunden von außerhalb, die mit dem Auto anreisen, stehen wie bereits erwähnt Stellplätze zur Verfügung.

Auswirkungen des Verkehrskonzeptes auf die Gewerbeeinheiten der Villaban werden nach Auskunft dort lediglich darin gesehen, dass sich der Zufahrstweg zum Be- und Entladen (Marie-Curie-Strasse) zur Villaban für große Lastwagen mit Anhänger als schwierig erweist: zum Be- und Entladen von beispielsweise Materialien für die Schreinerei muss der Laster auf der Strasse stehen und blockiert damit für andere Fahrzeuge die Durchfahrt. Erschwerend hinzu kommen Fahrzeuge von Anwohnern der Miet- und Eigentumswohnungen in der Marie-Curie-Strasse, welche teilweise widerrechtlich auf der Strasse anstatt in der Tiefgarage unter den Wohneinheiten abgestellt werden. Dadurch entsteht eine zusätzlich beengte Fläche zum Be- und Entladen vor der Villaban.

Negative Auswirkungen des Verkehrskonzeptes Vauban auf die Gewerbeeinheiten der Villaban werden nicht benannt.

Das im Stadtteil ansässige (Mobilitätsdienstleister-)Gewerbe ist durchweg nicht im AK Verkehr vertreten; im Fall des Fahrradladens Radieschen wird dies vermutlich durch die Monopolstellung im Quartier , den hohen Bekanntheitsgrad und die große Akzeptanz seitens der Bewohnerschaft als nicht notwendig eingestuft. Der Fahrradladen Radieschen, der ausschließlich von Vauban-Kundschaft lebt, hat sich in großem Maße auf die Belange und Bedürfnisse der hier lebenden Bewohnerschaft eingestellt (vgl. Kapitel 6.3.3)

Mit dem Fahrradlieferservice im Quartier (vgl. Kapitel 6.3.2) fanden außerhalb der regulären Sitzungen des AK Verkehrs in der Vergangenheit Einzelgespräche mit der Projektbearbeiterin statt; Ziel der Gespräche war es, den Lieferservice zu fördern und in der Anfangsphase zu unterstützen. Dies ist jedoch nur bedingt gelungen, der Fahrradlieferservice wird in Vauban kaum in Anspruch genommen.

Mit einzelnen Vertretern des Car Sharing Freiburg e.V. dagegen findet ein regelmäßiger Austausch statt, hauptsächlich im Arbeitskreis Verkehr. Dort wurde jüngst zum Beispiel der Vorschlag des Car Sharing Freiburg e.V. diskutiert, Sonderparkflächen für die im Quartier vorhandenen Car Sharing Fahrzeuge auszuweisen; dieser Vorschlag wurde inzwischen an die verantwortlichen Gemeinderäte heran getragen und wird als Tagesordnungspunkt für die nächste gemeinderätlichen Arbeitsgruppe Vauban (September 2003) aufgegriffen.

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