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SUSI - Kasernen zu günstigem Wohnraum

Sobald bekannt wurde, dass die französischen Streitkräfte die Kaserne „Quartier Vauban“ verlassen werden, bildeten sich fast zeitgleich zwei Initiativen: Der Bürgerverein „Forum Vauban“ kümmerte sich um einen neuen ökologischen Stadtteil und die Initiative „SUSI“ wollte erst zwölf, später vier ehemalige Kasernengebäude zur Nutzung für Studierende in Menschen mit wenig Einkommen umbauen.

„SUSI“ steht für „Selnbstverwaltete Unabhängige Siedlungs-Initiative“. Sie wurde zunächst in den Räumen des „AStA“ der Uni Freiburg gegründet und entwickelte gleich einigen Schwung: Über mehrere Werbekampagnen „Wissen Sie, was Ihr Geld gerade macht?“ warb SUSI unter anderem für eine ökologische Geldanlage, dass nicht nur kostengündtiges Wohnen, sondern auch die Schaffung von „Freiräumen für selbstbestimmtes Wohnen & Leben“.

Einer der Menschen der ersten Stunde war Bobby Glatz, damals noch Architekturstudent, der mit der Umnutzung der Kasernengebäude seine Diplomarbeit schreiben sollte. SUSI konnte auf Erfahrungen der Cherisy-Kaserne in Konstanz aufbauen: Es handelte sich dabei um fast mit Freiburg identische Bausubstanz, die von den amerikanischen Streitkräften bereiits ca. 10 Jahr zuvor verlassen worden war. In Konstanz hatte die evangelische Studentengemeinde mitgeholfen, mit diesem Projekt sogar Arbeitsplätze zu schaffen, auch zur Wiedereingliederung schwer zu vermiittelnder Jugendlicher in den Arbeitsmarkt.

Dass das Projekt möglich wurde, verdankt es vor allem seiner unermüdlichen Öffentlichkeitsarbeit, dem Gespräch mit fast jedem Gemeinderat einzeln und der guten Vorbereitung: Wann immer SUSI über den Zustand der ehenaligen Kaserne berichtete, wusste SUSI besser bescheib über den Zustand der Gebäude und die Nutzungsmöglichkeiten als die Verwaltung. Dies schien auch den Gemeinderat zu beeindrucken, der schliesslich mit 22 zu 21 Stimmen entschied, dass SUSI die Gebäude kaufen dürfe. SUSI hatte bereits zuvor erfolgreich mit dem Bund als Eigentümer des Geländes eine Erbpacht für das Grundstück verhandelt. (Bei einer Erbpacht mietet der Pächter ein Grundstück über eine sehr lange Zeit zu einem günstigen Preis, hat aber alle Rechte eines Eigentümers. Nach Ablauf der Pacht fallen die Bauten wieder in die Hände des Verpächters. SUSI hofft natürlich, bis dahin die Grundstücke kaufen zu können, und die Chancen stehen im Moment sehr gut.

SUSI hatte das Grundstück nicht etwa besetzt und stellte Forderungen sondern trat wie ein Investor auf. Dennoch kam es an einem bestimmten Punkt der Verhandlungen zu einer kurzzeitigen Besetzung eines der vier Gebäude: Die Verträge zwischen Stadt und SUSI waren bereits verhandelt und durch SUSI unterschrieben, - sie lagen nur noch bei der Stadt zur Unterschrift, das aber wochenlang. In dieser Zeit hatte SUSI befürchtet, dass das Projekt doch noch über Nacht abgerissen werden sollte und entscheid sich in einer mehrheitlichen Entscheidung zur Besetzung. Bald darauf kam auch die Unterschrift der Stadt und das Projekt konnte wie geplant starten.

Da die Teilnehmer des Projektes ausschliesslich aus Studierenden und Menschen mit wenig Einkommen bestand, hatte SUSI naturgemäß keine Investitionsmittel. Dennoch wurde es möglich, in den folgenden Jahren ca. 10 Mio. EUR umzusetzen: Ein Viertel der Gelder kam aus normalen Kapitalmarktdarlehen (allen voran die Ökobank, heute in der GLS aufgegangen), das zweite Viertel aus privaten Geldanlagen mit einem niedrigen Zins (3 .- 4 % ). Das dritte Viertel stammte aus Geldern (Darlehen und Zuschüsse) für sozialen und studentischen Wohnungsbau, die nur unter bestimmten Bedingungen gewährt werden aber im Prinzip allen Bauträgern im Bereich des sozialen Wohnungsbaus offenstehen. Das vierte Viertel wurde gespart: Jede Mieterin und jeder Mieter muss auch heute nich für das Projekt 105 Stunden unentgeltlich arbeiten. Dadurch konnten die Arbeistkosten wesentlich gesenkt werden und sogar Dinge wie eine Aussenwand-Wärmedämmung für alle vier Häuser wurde möglich.

Die Miete bei SUSI ist (Stand 2013) sogar mit 4,80 EUR pro m² günstiger als das soziale Mietniveau in Freiburg mit 5,25 m² .

SUSI konnte gleich zu Anfang sogar eiin aus 21 Punkten bestehendes Ökokonzept umsetzen und wurde dafür im Jahr 1996 mit dem Umweltpreis der Stadt Freiburg ausgezeichnet. SUSi konnte bereots in 2013 seinen 20jährigen Geburtstag feiern. Die Kredite konnten schneller zurückgezahlt werden als geplant und SUSI hat – im Unterschie dzu praktisch jedem öffentlichen Bauprojekt – den Kostenrahmen eingehalten, obwohl es auch bei SUSI unvorhergesehene Änderungen beim Bau gab.

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