• Grünfläche Nordwest
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  • Solarsiedlung
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  • Pippi Langstrumpf
    Pippi Langstrumpf
  • Winter in der Gropiusstrasse
    Winter in der Gropiusstrasse
  • Marktplatz vor Haus 037
    Marktplatz vor Haus 037
  • Einräder auf der Vaubanallee
    Einräder auf der Vaubanallee

Von 2004 bis 2008

Anmerkung: Ich freue mich über jede Korrektur und Ergänzung! Andreas Delleske

Das Stadtteilzentrum entsteht

Mit dem Jahr 2004 beginnen vielleicht die "Mühen der Ebenen": Der Stadtteil Vauban ist nicht mehr wirklich neu, die Planung ist erbracht, der Forum Vauban in den Konkurs gedrängt worden, Drei5Viertel ist tot, DIVA hat es gerade noch geschafft. Leben geschieht jedoch im "Stadtteilzentrum Haus 037" und um den Marktplatz.

Seit Anfang an war schon den Gründern von SUSI, allen voran Bobby Glatz, klar, dass das "fünfte" Haus (von der Merzhauser Strasse aus gesehen) ideal als Stadtteilzentrum geeignet ist.

02110007Während im doppelt so großen Stadtteil "Rieselfeld" jedoch von Anfang an für 7,5 Millionen EUR (Grundstück und Baukosten) ein respektables Bürgerzentrum durch die Stadtverwaltung geplant und gebaut wurde, wollte die Stadt im Stadtteil Vauban Null Komma Null für die Bürger ausgeben. Warum, ist schwer zu sagen - aber scheinbar vermarktete sich im Unterschied zum Rieselfeld der Stadtteil Vauban selbst - genauer: Der Forum Vauban leistete eine erstklassige Arbeit, die den Stadtteil Vauban von Anfang an attraktiv machte - mit dem klaren Profil des "Öko-Modellstadtteils". Da meinte man augescheinlich, nichts mehr tun zu müssen.

Nun waren also - ähnlich wie bei SUSI und vielen anderen Projekten - die Bürger gefragt.

Gleich im Jahr 1996 entstand die "TIN" - die Trägerinitiative für ein Nachbarschaftszentrum, bestückt mit Interessierten und Planern von SUSI und dem Forum Vauban. Man war sich darin einig, das vom Militär numerierte "Haus 037" (man beachte die führende Null) als mehr oder weniger selbstverwaltetes Bürgerzentrum erhalten zu wollen  - in den Details waren jedoch Diferenzen zwischen den beiden Gruppen sichtbar. Die Stadtverwaltung verhielt sich zunächst abwartend, wollte sie doch eigentlich das Grundstück für 300.000 EUR verkaufen. Allerdings ersparte der vermiedene Abriss von Haus 037 etwa 180.000 EUR. Aber erst mal vergang nur Zeit.

Dann einen Neuanfang, als die Stadt Verhandlungsbereitschaft signalisierte: Etwa im Jaar 2003 würde der gemeinnützige Verein "Stadtteilzentrum Haus 037 e.V." gegründet. Die Idee: Der Verein besorgt Gelder (über Geldmarkt- und private Darlehen) um das Kasernengebäude "037" zu einem attraktiven Bürger- und Stadtteilzentrum umzubauen. Nach einer Weile klappte das, und einiges später gab es langsam Sympathie für die Idee. Die Stadt verzichtete also auf die Gewinne durch den Verauf des Grundstück, sondern verpachtete ihn dem Verein "Stadtteilzentrum Haus 037", (sie sparte dabei nebenbei Abrisskosten in Höhe von ca. 180.000 EUR) und sie gab dem Haus schlussendlich einen Zuschuss für den Umbau und die Renovierung. Da öffentliche Gebäude bestimmte Standards einhalten müssen, wurde von dem Geld unter anderem ein Aufzug finanziert, die bradschutztechnische Aufrüstung der Kellerdecke und die Umrüstung des Hauses auf behindertengerechte Elektroinstallation und was so dazugehört.

Natürlich war noch viel mehr zu tun: Da der Dachstuhl marode war, entschieden sich Bauherren und die Architekten Bobby Glatz und Christoph Klumpp dazu, den Dachstuhl komplett zu entkernen und eine durchgehende, hübsche und komfortable Gaube aufzusetzen. Gleichzeitig wurde der Dachstuhl auf maximale Ausnutzung ausgebaut, erhielt ein dauerhaftes Eichenparkett. Da der Verein "Stadtteilzentrum Haus 037" jedoch immer knappe Mittel hatte, wurde viel auf Eigenleistung zurückgegriffen: So half der SCI (Service Civil International) zweimal mit einer Gruppe von jungen Leuten aus; ca. 20-30 Bürger beteiligten sich am Streichen des Hauses und am Verlegen des neuen Parketts.

Viele Bürger sind auch finanziell - durch das Gewähren zinsgünstige Kredite - an der Entwicklung des Haus 37 beteiligt.

Endlich - der "Süden" kommt!

Nach anfänglichen Anlaufschwirigkeiten durch andere Pächter wurden in 2006 auch Pächter mit Erfahrung gefunden, die seither das Haus 037 mit einer richtig guten Kneipe bereichern. Trotz einer für die Größe der Gaststätte kleinen Küche gibt es ein überzeugendes Menü und sogar einen korrekten Mittagstisch mit veganer und vegetarischer Variante, Supper oder Salat für unter 8 EUR. Der "Süden" wurde von Anfang an gut angenommen und ist vor allem abends fast immer gut gefüllt. Auch wissen internationale Besuchergruppen die großen Räume (immerhin ca. 100 Plätze) sehr zu schätzen. Das gemütliche Dekor nimmt viele Impulse französischer Interieurs auf, vor der französischen Werbung für Pernod bis zu den Toilettenschildern "Hommes" und "Femmes".

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Was lange währt - der Marktplatz in der Mitte

Was jedem der zahlreichen französischen Bürgermeistern klar ist, die uns seit 1998 besucht haben, nämlich dass der Marktplatz in die Mitte jedes Dorfes gehört (zwischen Kneipe, Metzger, Bäcker und Kirche) - war der Stadtverwaltung nicht von Anfang an klar: So war als der einzige Platz, an dem man vielleicht einen Wochenmarkt installieren könnte der Paula-Modersohn-Platz vorgesehen.

Dies stieß seitens der Bürgerschaft stets auf Kritik, denn für die Hälfte der Bewohner ist der Platz 600-800 m entfernt und damit fürs "schnell mal zu Fuss einkaufen" zu weit. Schon immer äußerten die Bürger, vertreten durch den Forum Vauban den Wunsch, den leeren Platz der durch den Abriss des haus 034 entstand (ehemalige KTS Vauban) als Marktplatz zu gestalten. Es dauerte aber etwa bis 2005, bis es so weit war. Am Ende "bestellten" die Bürger den OB Salomon ins Stadtteilzentrum "zum Rapport" um sich erklären zu lassen, was gegen einen Marktplatz in der Mitte sprach. Es stellte sich heraus: Nichts, und so kam endlich der Marktplatz an die Stelle an die er hingehört. Heute freut sich auch de Stadtverwaltung über das Haus 037 und den Marktplatz am richtigen Fleck.

Alle sind froh dass in diesem Fall der Bürgerwillen die Überhand bekam über den Beharrungswillen der Verwaltung.

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